Kevin Zinth mit seinem Trainer Timo Marks

Ein Vollgasheld mit Gespür für den Parkour

8. Dezember 2025

Kart-Slalom-Fahrer Kevin Zinth aus Marbach hat sich den besten Zeitpunkt für seine beiden besten Läufe für den Höhepunkt aufgehoben und sich den Deutschen Meistertite geholt.

Kevin Zinth mag Autos und fährt gerne schnell. Einen Führerschein hat der 17-Jährige aber noch nicht. Aber schon im Alter von fünf Jahren fand er einen Weg, um seine Leidenschaft für Tempo und Motoren auszuleben. Der Marbacher fährt Kart-Slalom.

Ein Sport, der für Adrenalin, Fairness und Spannung steht. In seiner Altersklasse gehört der Azubi zu den Besten in Baden-Württemberg. In diesem Jahr war er in seiner Klasse sogar der Schnellste in Deutschland beim rasanten Tanz um Pylonen. Bei den Deutschen Jugend-Kart-Slalom-Meisterschaften im thüringischen Grammetal holte er sich den Titel in seiner Altersklasse K5.

Fällt eine Pylone gibt es zwei Strafsekunden

Dabei musste er auf seinem Untersatz auf vier Rädern zweimal einen Parcours mit vielen Pylonen möglichst schnell umkurven. Jede Runde fuhr er mit einem anderen Untersatz. So verlangt es das Reglement. Der Modus: Fällt bei der Slalomfahrt ein Hindernis um oder rutscht aus der Markierung, gibt es zwei Strafsekunden. Die gilt es zu vermeiden.

Wenn er an die beiden entscheidenden Läufe beim Rennen in der Nähe von Weimar denkt, dann fängt es bei Kevin Zinth, der für den MSC Bittenfeld fährt, wieder an zu Kribbeln. Denn als er die Ziellinie überschritten hatte, war trotz der Zeit, die ihn mit 0,3 Sekunden Vorsprung als Schnellsten unter 46 Teilnehmenden auswies, nicht klar, ob er den Titel tatsächlich gewonnen hat. Eine Pylone hatte gewackelt.„Es war mucksmäuschenstill im Zielbereich, bis der Streckenwart angezeigt hat, dass die Pylone stehengeblieben und ordnungsgemäß umrundet wurde“, erzählt Kevin Zinth.

Er sitzt mit seinem Vater Christian und Trainer Timo Marks im elterlichen Wohnzimmer in Marbach und schnell sind die Emotionen wieder da. Nach der für ihn positiven Entscheidung flossen erst einmal Freudentränen. „Das war eine enorme Anspannung, die dann abgefallen ist“, sagte Christian Zinth.

Kevin Zinth mit Siegerkranz und Urkunde bei der Siegerehrung der Deutschen Meisterschaft.
Zum richtigen Zeitpunkt leuchtete für Kevin Zinth die Eins auf: Foto: Privat

Sein Sohn hatte sich den besten Moment für den Triumph aufgehoben in dieser Saison, denn in den Rennen, bei denen sich Kevin für das gesamtdeutsche Finale qualifizieren musste, war sein stärkster Konkurrent Peter Biedert vom AC Helfenstein immer wieder einen ticken schneller unterwegs. Fürs Podest hatte es für Zinth aber immer gereicht. Und jetzt stand er ganz oben.

Den richtigen Bremspunkt finden

„Das habe ich alles auch meinem akribischen Trainer zu verdanken. Wir sind ein tolles Gespann“, erzählt der junge Vollgasheld. Zweimal die Woche trainierte er mit Timo Marks, der ihm immer wieder mit unterschiedliche Parkours an den Sport herangeführt hat. Kevin Zinth ist schon der vierte Fahrer, der unter der Betreuung von marks einen Titel bei Deutschen Meisterschaften eingefahren hat.

Beim Kart-Slalom geht es um Konzentration und auch darum, sich bei der rund 15-minütigen Besichtigung die entscheidenden Stellen zu merken: Wo sind die Bremspunkte, wo muss man einlenken, was ist die beste Linie. Der Kurs dauert nur rund 35 Sekunden. „Da muss auf den Punkt alles stimmen“, sagt Coach Timo Marks . Stimmt der Einlenkwinkel einmal nicht, zieht sich das negativ durch den gesamten Parkour.

Es ist alles aufgegangen für Kevin Zinth und seinen Trainer. Der Lohn für den Meistertitel: Für die kommende Rennsaison hat Kevin Zinth ein Training der GTC-Langstreckenserie gewonnen. Kommt er dabei unter die Sechs besten, darf er bei einem 12-Stunden-Rennen an den Start gehen. Außerdem gab es noch einen Satz Reifen.

Kevin Zinth will Trainer werden

Auch der siebenfache Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher hat seine einmalige Karriere beim Kart begonnen. Für Kevin Zinth wird sich der Traum von der Königsklasse im Motorsport aber nicht erfüllen. „Finanziell ist das für uns nicht darstellbar, für ihn geht es um den Spaß“, sagt Christian Zinth. Die Nische Kart-Slalom war für die Familie hingegen bezahlbar, auch weil der Verein über genügend Gokarts verfügt.

Das Leben von Kevin Zinth wird sich in doppelter Hinsicht aber weiter um Motoren drehen, denn er macht gleich um die Ecke eine Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker. An seinem Gefährt hatte er auch schon hin und wieder herumgeschraubt. Zudem wird er in der Kart-Serie noch eine Saison dranhängen – mit 18 Jahren ist in diesem Sport aber Schluss.

Seiner Leidenschaft für Rennen wird er dann in anderer Funktion nachgehen und als Trainer beim MSC Bittenfeld einsteigen, sein Wissen an die rund 18 Jungen und Mädchen im Klub weitergeben. „Die Kleinen schauen zu ihm auf“, sagt Timo Marks.

Quelle: Marbacher Zeitung (Elke Rutschmann)